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Am 13. und 14. Oktober 2026 fand ein weiteres Austausch-Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Sternwarte Tartu statt, dieses Mal im Volkshaus in Jena. Dr. Eike Guenther, Wissenschaftler an der Thüringer Landessternwarte, hatte erfolgreich Mittel bei der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) beantragt, um die Zusammenarbeit mit dem OTartu Observatorium Austausch vor TLS Teleskop klein Bild TLSbservatorium Tartu in Tõravere, Estland, auszubauen.

Ende August 2026 war eine Gruppe der Thüringer Landessternwarte (TLS) zu einem Workshop nach Tartu gereist. Mitte Oktober kamen nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Tartu nach Thüringen. Nach einem zweitägigen Arbeits-Workshop in Jena besichtigten sie am dritten Tag die Thüringer Landessternwarte.

Die Zusammenarbeit zwischen der Thüringer Landessternwarte und dem Observatorium Tartu besteht seit Januar 2025. Beide Einrichtungen betreiben Teleskope, die ähnlich groß sind. Tartu hat ein 1,5-Meter-Teleskop, die TLS hat ein 2-Meter-Teleskop. Beide sind mit Echelle-Spektrografen ausgestattet.

Wissenschaftlicher Austausch und gemeinsame Doktorandin

Zum Austausch gehören auch längere Aufenthalte der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den jeweils anderen Instituten. Veronika Schaffenroth und Eike Guenther, beide an der Thüringer Landessternwarte tätig, waren für längere Zeit in Tartu. Heleri Ramler, Astronomin am Observatorium in Tartu, war für einige Wochen in Tautenburg. Heleri Ramler und Eike Guenther betreuen gemeinsam eine Doktorandin. Auch diese gemeinsame Betreuung ist ein Ergebnis des Austauschs.

Das Observatorium Tartu ist an der ESA-Mission ARIEL (Atmospheric Remote-sensing Infrared Exoplanet Large-survey) beteiligt und auf die Analyse von heißen Sternen spezialisiert. Das Satelliten-Teleskop ARIEL wird Spektren von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufnehmen. Das Ziel ist, die Zusammensetzung der Atmosphäre von extrasolaren Planeten zu bestimmen. Die Forschenden in Tartu sind an der Auswahl der ARIEL-Objekte und an deren Charakterisierung beteiligt.

Die Suche und Charakterisierung von extrasolaren Planeten ist an der Thüringer Landessternwarte ebenfalls ein Forschungsschwerpunkt. Die TLS ist Teil eines internationalen Konsortiums, das das 1,52-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte in La Silla, Chile, modernisiert und mit einem hochauflösenden Spektrografen ausgestattet hat.

Mit diesem Instrument und dem Teleskop in La Silla wird die Thüringer Landessternwarte Tautenburg die ESA-Mission PLATO mit Beobachtungen unterstützen. Im Rahmen des PLATO-Projekts werden Größe, Alter und letztendlich auch die Masse der Planeten bestimmt. Eike Guenther erklärt das gemeinsame Forschungsziel: "Kombiniert man die Masse, den Radius, das Alter und die Zusammensetzung der Atmosphäre von Planeten, so erfährt man, wo und wie sie entstanden sind."

Künftig wollen beide astronomischen Forschungsinstitute bei der Suche nach extrasolaren Planeten zusammenarbeiten. "Wir konzentrieren uns auf heiße Planeten von heißen Sternen, insbesondere die, die mit PLATO und ARIEL beobachtet werden. Von vielen wissen wir bisher nur, dass sie da sind, mehr nicht. Wir werden diese Sterne und ihre Planeten jetzt gemeinsam intensiv beobachten."