Dieses Video wird fortfolgend aktualisiert.
Die Allsky-Kamera an der Thüringer Landessternwarte
Es ist ziemlich beeindruckend, wenn sich der Spalt der Kuppel über dem 2-Meter-Alfred-Jensch-Teleskop öffnet. Erst wenn der Spalt offen ist und das Teleskop auf ein Himmelsobjekt ausgerichtet ist, können Astronomen mit dem Beobachten beginnen. Dazu muss jedoch das Wetter mitspielen, sprich: Es darf nicht regnen oder bewölkt sein. Wolken verdecken die Sicht und Regen würde das Teleskop beschädigen.
Früher gingen die Beobachter nachts etwa alle 15 Minuten einmal um die Kuppel herum, um zu sehen, ob Wolken und Regen aufzogen. Heute übernimmt die Allsky-Kamera diese Aufgabe. Sie macht jede Minute ein Bild des gesamten Himmels über dem Observatorium. Die Beobachter am Teleskop nutzen sie, um das Wetter im Blick zu behalten.
Die Aufnahmen werden zu einem kleinen Film zusammengefügt und gespeichert. Das Video pro Nacht vermittelt viel schneller einen Eindruck der gesamten Nacht, und es gibt es jede Menge Satelliten (u.a. die ISS) und Flugzeuge sowie manchmal auch Kometen und Sternschnuppen zu sehen.
Seeing-Monitor und Himmelshintergrundmesser: zwei wichtige Geräte für Beobachter
Der Seeing-Monitor und die Himmelshintergrundmesser sind weitere nützliche Instrumente für Beobachter an der Thüringer Landessternwarte. Der Seeing-Monitor blickt immer auf den Polarstern. Er bewertet das Flimmern der Sterne, das durch Temperaturunterschiede in der Luft verursacht wird. Jeder, der nachts Sterne beobachtet hat, kennt das Phänomen: Sterne funkeln. Das Funkeln stammt nicht vom Stern selbst, sondern wird von Luftturbulenzen verursacht. Der Seeing-Monitor kann messen, wie intensiv das Flimmern ist.
Die beiden Himmelshintergrundmesser bewerten die Helligkeit des Nachthimmels. Technisch sind es Solarzellen, die abhängig von der einfallenden Lichtmenge Strom erzeugen, der gemessen wird. Zunächst geben sie den Nachtassistenten die Auskunft, wann sie ihre Beobachtungen beginnen können. Da die Sensoren im Sekundentakt ausgelesen werden, enthalten die Daten auch Informationen über Witterung (Dunst, Gewitter), Lichtverschmutzung, erfassen aber auch hellere Himmelsphänomene wie das Aufleuchten von Feuerkugeln oder Iridium-Flares (starke Sonnenreflexe von Satelliten).