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Wissenschaftler der Thüringer Landessternwarte nahmen Ende August 2026 an einem Forschungstreffen am Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA) in Görlitz teil. Im Mittelpunkt standen Forschungsvorhaben und -ergebnisse aus der radioastronomischen Untersuchung unserer Galaxie, der Milchstraße.

2018 MeerKAT 3Das MeerKAT-Radioteleskop wird vom South African Radio Astronomy Observatory (SARAO) betrieben. Bildquelle: NRF/SARAODie Thüringer Landessternwarte ist an der Beobachtungskampagne "MeerKAT Galactic Plane Survey" (MMGPS) des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) beteiligt. Bei dieser Beobachtungskampagne mit 3.000 Stunden Beobachtungszeit wird der innere Bereich der Milchstraße mit dem MeerKAT-Radioteleskop erforscht. MeerKAT in der südafrikanischen Halbwüste Karoo ist mit 64 Antennenschüsseln das größte Radioteleskop der südlichen Hemisphäre. Es wird vom South African Radio Astronomy Observatory (SARAO) betrieben.

Mit Radioteleskopen können Astronominnen und Astronomen Vorgänge im Universum beobachten, die im sichtbaren Licht verborgen bleiben. Die Beobachtungskampagne "MeerKAT Galactic Plane Survey" liefert sehr genaue Radioaufnahmen unserer Galaxie und von extragalaktischen Objekten, die sich hinter der galaktischen Ebene befinden. Wegen des Staubs in der Milchstraßenebene sind diese bei kürzeren Wellenlängen kaum oder gar nicht sichtbar. Radioastronomen analysieren die Daten, um beispielsweise zu verstehen, wie Sterne entstehen und wie sie sich entwickeln. Zudem erforschen sie zum Beispiel, was passiert, wenn Sterne sterben. Viele dieser Untersuchungen werden erst durch neue Analysemethoden und die umfangreichen Rechenkapazitäten des Deutschen Zentrums für Astrophysik möglich.

Wissenschaftlicher Austausch bringt Analysemethoden voran

MMGPS Forschungstreffen DZA 240826 Quelle DZAViele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nahmen an dem Forschungstreffen am Deutschen Zentrum für Astrophysik teil. Bild: DZABeim ersten Wissenschaftstreffen zum laufenden MPIfR-MeerKAT Galactic Plane Survey in Görlitz tauschten sich die Forschenden zu geplanten Vorhaben und aktuellen Ergebnissen ihrer Untersuchungen aus. Jochen Eislöffel und Bringfried Stecklum, beide Astronomen an der Thüringer Sternwarte, haben vor, anhand der MMGPS-Daten junge massereiche Sterne und deren Jets zu untersuchen. „In Vorbereitung darauf haben wir uns einige Objekte angeschaut, um zu sehen, welche Möglichkeiten diese Himmelsdurchmusterung diesbezüglich bietet“, sagt Bringfried Stecklum. In seinem Vortrag beim Treffen in Görlitz hat er das Vorhaben beschrieben. Es ist noch in einem frühen Stadium. Die Analysemethoden befinden sich in der weiteren Entwicklung, die Beobachtungen sind noch nicht abgeschlossen.