Allgemeines
Seit Ende 2004 gibt es eine einheitliche Zentrierroutine für die automatische Nachführung des Tautenburger Teleskops in den verschiedenen Betriebsmoden Schmidt, Coudé, und Zeeman. Die softwaremässige Zentrierung des Sterns erfolgt auf dem Fernseh-Leitrechner (Telescopix). Die Dauer eines kompletten Zentriervorgangs (z.Z. wird die Ablage aus 10 Aufnahmen bestimmt) ist von der gewählten Acquisition time abhängig, die per Default 640 ms beträgt. Die ermittelten Ablagen in Stunde und Deklination werden nach jedem Zentriervorgang über eine serielle Verbindung dem Teleskop-Bedien-Rechner (Controlix) übermittelt, der die Korrekturen an die Teleskopbewegung anbringt.
Notwendige Schritte für das Initiieren des Auto-Guiding
Nach Einschalten der Teleskopanlage (Hauptschaltpult und JAT-Rechner) ist auf dem Teleskop-Bedien-Rechner (Controlix) die jeweils aktuelle Version des Teleskop-Remote-Control-Programms (trc) zu starten. Das geschieht durch einen Doppel-Klick auf das Programm-Icon auf dem Desktop des Rechners. Auf dem TV-Leitrechner Telescopix ist das Fernseh-Leit-Programm (fle) durch Doppelklick auf das aktuelle Programm-Icon zu starten.
Im sich öffnenden Hauptfenster "Tautenburg 2-m-Telescope control" auf Controlix werden nun die aktuellen Teleskopdaten Rektaszension (RA), Deklination (D), Stundenwinkel (HA), Azimut (Az) und Elevation (El) sowie zusätzliche Angaben wie Sternzeit (ST), Universal time (UT), Julianisches Datum (JD) und Luftmasse (AirM) angezeigt. Die Werte sind grün dargestellt. Sie beruhen - bis auf UT und JD - auf den Angaben des Koordinatenrechners im Südlager, der die Basis für die grünen Anzeigen ist.
Die Eingabe der Objekt-Koordinaten erfolgt im Fenster "Absolute Position". Standardmässig werden Rektaszensionen (RA) angefahren. Falls "HA" (Stundenwinkel) angeklickt ist, so muss auf "RA DEC" umgeschaltet werden. Die Eingabe der aktuellen Koordinaten erfolgt ohne Zwischenräume mit obligatorischem Vorzeichen bei der Deklination. Das Programm checkt, ob die anzufahrende Position mindestens 10 Grad über dem Horizont liegt und gibt andernfalls eine Fehlermeldung aus. Die Berücksichtigung der Epoche wird gegenwärtig implementiert und befindet sich z.Z. noch in der Testphase. Die Teleskop-Positionierung beginnt, wenn der blinkende Exec-Button betätigt wird. Beim Fahren auf Rektaszensionen wird automatisch das Tracking aktiviert. Parallel zum Teleskop wird auch die Kuppel in Bewegung gesetzt und auf das entsprechende Azimut gefahren.
Haben Teleskop und Kuppel ihre Endposition erreicht, dann sollte das Objekt auf dem Bildschirm des TV-Leitrechners zu finden sein. Falls nicht, dann muss der Stern mittels Handschalter manuell eingestellt werden. Im Coudé-Modus ist der Stern auf den Spalt zu positionieren. Ausserdem ist die Verstärkung (Gain) auf einen geeigneten Wert zu regulieren. Im Zeeman-Modus wird auf dem Telescopix links unten ein zusätzliches Menü für die Filtersteuerung eingeblendet, in dem der Beobachter zwischen fünf verschiedenen Graufiltern wählen kann.
Auto-Guiding starten
Das Starten der Zentrierroutine auf dem Telescopix erfolgt entweder über das Popup-Menü Auto guiding -> Auto guiding on oder durch Betätigen des Start auto guiding-Buttons in der Tool-Bar (gelber Stern auf rotem Fadenkreuz). Ein Zentriervorgang dauert defaultmässig ca. 7 Sekunden (10x 640 ms Belichtungszeit). Während dieser Zeit wird in der unteren Statuszeile, wo sonst die aktuelle Cursor-Position angezeigt wird, ein Zähler von 1 bis 10 hochgezählt. Zum Ändern der Gain wird empfohlen, zunächst den Stop auto guiding-Button (gelber Stern) in der Tool-Bar zu betätigen. Dies beendet die Zentrierung. Danach kann problemlos das Gain and shutter control-Fenster aktiviert und die Gain geändert werden.
Die von der Zentrierroutine ermittelten Ablagen (ha und d) werden unterhalb des Zoom-Fensters angezeigt und über ein serielles Interface zum Teleskop-Steuerrechner Controlix gesandt.
Um die vom Fernseh-Leitrechner Telescopix kommenden Ablagen zu empfangen und an die aktuelle Teleskop-Position anzubringen, ist auf dem Teleskop- Steuerrechner Controlix im Hauptfenster lediglich das Klickkästchen "automatically" (neben dem Klickkästchen "Tracking") zu aktivieren. Nun wird die aktuelle Teleskop-Position kontinuierlich entsprechend den ermittelten Ablagen der Zentrierroutine auf dem Telescopix automatisch korrigiert. Während der Korrektur wechseln die "Lämpchen" neben RA, D und HA vorübergehend ihre Farbe von grün auf rot.
Auto-Guiding beenden
Das Autoguiding wird beendet, indem auf dem Controlix das Klickkästchen
"automatically" (neben dem Klickkästchen "Tracking") deaktiviert wird.
Auf dem Telescopix ist der Stop auto guiding-Button (gelber Stern)
in der Tool-Bar anzuklicken oder alternativ im Popup-Menü Auto guiding
-> Auto guiding off zu wählen.