Das 2m-Teleskop

Die Sternwarte betreibt ein ZEISS  2-m-Teleskop ("Alfred-Jensch-Teleskop"), welches in drei verschiedenen optischen Konfigurationen benutzt werden kann: 

Der sphärische Hauptspiegel des Fernrohrs hat eine Brennweite von 4m. Alle Spiegel sind aus dem glaskeramischen Material "SITALL" (dies zeigt praktisch keine Verformung bei Temperaturänderungen) gefertigt.

Zur Nachführung des Fernrohres steht eine Fernsehleiteinrichtung zur Verfügung. 


Der Schmidt-Modus

Das Schmidt-Fernrohr der TLS ist die größte Schmidt-Kamera der Welt und wird durch folgende Parameter charakterisiert:

   Durchmesser des Hauptspiegels:         2.00 m
   Durchmesser der Korrektionsplatte:     1.34 m
   Brennweite:                                          4.00 m
   Gesichtsfeld (unvignettiert):                 3.3° x 3.3° (Maximum)
   Abbildungsmaßstab:                             51.4 "/mm 

Folgende Einrichtungen sind im Schmidt-Modus verfügbar: 


Der Quasi-Cassegrain- oder Nasmyth-Modus

Das Nasmyth-System hat eine Brennweite von 21m. Wegen des sphärischen Hauptspiegels ist das brauchbare Gesichtsfeld nur 10...20 Bogensekunden. Mit Hilfe eines Planspiegels wird das Licht durch die Deklinationsachse wahlweise zu einem der außenliegenden Nasmyth-Fokii gelenkt. Hier wird seit 2001 ein Grism-Spektrograph für die Spektroskopie schwacher Objekte eingesetzt. 


Der Coudé-Modus

Das Coudé-System hat eine Brennweite von 92m (f/46). Der Coudé-Spektrograph wurde 1997 durch den Einbau eines Echelle-Gitters und eines Cross-Dispersers wesentlich modernisiert.

Der neue Spektrograph erlaubt es, Spektren von Sternen zu erhalten, die gleichzeitig eine sehr gute Auflösung haben und trotzdem einen grossen Spektralbereich überdecken. Der Spektrograph ist in einem temperaturstabilisierten Raum aufgestellt und wird vom Kontrollraum aus gesteuert. Zur Wahl des Spektralbereiches können drei verschiedene Grisms verwendet werden. Die Grisms überdecken die Spektralbereiche

3600 bis 5300 Å,
4750 bis 7070 Å und
5600 bis 9600 Å

   Echelle spectrograph 

Zur Zeit wird ein 2k x 2k CCD-Chip als Detektor verwendet. Mit diesem Chip beträgt bei einer Spaltbreite von 1.2 Bogensekunden die 2-Pixel-Auflösung etwa 67000. Die Belichtungszeit für ein Spektrum mit einem Signal-zu-Rauschverhältnis von 100 von einem Stern von 9ter Größe beträgt etwa eine Stunde. Die Fernsehleiteinrichtung ermöglicht es, selbst in mondhellen Nächten noch Sterne bis zur 16. Größe einzustellen.