Weltraummission CoRoT zur Planetensuche
am
27. Dezember 2007
erfolgreich gestartet



Am 27. Dezember 2006 um 15.23 Uhr MEZ ist der CoRoT-Satellit vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet worden. CoRoT ist das erste Weltraumteleskop, das systematisch nach Planeten um andere Sterne suchen wird. Die Wissenschaftler hoffen, damit auch erdähnliche Gesteinsplaneten entdecken zu können. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt bildet zusammen mit der Thüringer Landessternwarte und der Universität Köln das deutsche CoRoT-Team und sind finanziell, technisch und wissenschaftlich an der französischen Mission beteiligt.

CoRoT ist mit einer Soyuz-Fregat-Rakete der neuesten Generation in eine polare Umlaufbahn befördern worden. Nachdem das Weltraumteleskop erfolgreich seinen Orbit in 896 km erreicht hatte, wurde am 17. Januar 2007 die Teleskop-Abdeckung geöffnet und die ersten Bilder zur Erde gefunkt. CoRoT-Projekt wird die Suche nach mögliche planetare Begleiter enorm verbessern, da nur vom Weltraum aus von Wetter und von der Erdatmosphäre ungestört und unterbrechungsfrei nach Exoplaneten gesucht werden kann. CoRoT kann daher sehr viel kleinere Planeten entdecken als irgend ein bodengebundenes Teleskop. Ziel ist es, Gesteinsplaneten mit nur wenigen Erddurchmessern zu finden.

CoRoT ist eine Mission unter Fhürung der französischen Raumfahrtagentur CNES. Die deutschen Partner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Thüringer Landessternwarte und die Universität Köln. CoRoT hat zwei Ziele: Das Teleskop soll das Innere der Sterne vermessen (Astroseismologie) und es soll extrasolare Planeten finden. Für beide Missionsziele benutzt man hochempfindliche Photometrie. Photometrie misst die Veränderung der Helligkeit eines Sterns. Die Abnahme der Helligkeit kann durch einen Planeten verursacht werden, der sich zwischen Stern und Beobachter schiebt. Die Astronomen nennen das Transitmethode.

Das deutsche CoRoT-Team hat nun seine führige Vorbereitungsphase erfolgreich abgeschlossen. Zum wissenschaftlichen Team um die Projektleiterin Heike Rauer am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums üfr Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin gehören Günther Wuchterl und Artie Hatzes, beide von der Thüringer Landessternwarte Tautenburg, Martin äPtzold vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität Klön und Anders Erikson, ebenfalls vom Institut für Planetenforschung des DLR. Der gesamte deutsche Beitrag zu CoRoT beträgt rund 5 Millionen Euro.

Im Auftrag der Bundesregierung und mit finanzieller Fröderung der Raumfahrtagentur des DLR wurde am DLR in Berlin die On-Board-Software - sozusagen das Gehirn von CoRoT - entwickelt. Die Software steuert das Instrument und sorgt für die präzise Ausrichtung des Satelliten. Sie übernimmt die Datenverarbeitung auf dem Satelliten und steuert die Übertragung der Beobachtungsdaten zur Erde. Die Berliner und Kölner Forscher werden dann die grossen Mengen an Daten, die CoRoT liefern wird, nach Planetensignalen durchforsten und weiter analysieren. Artie Hatzes von der Thüringer Landessternwarte wird Planetenkandidaten, die CoRoT entdeckt, mit dem 2-Meter-Spiegelteleskop weiter beobachten und bestätigen. Günther Wuchterl, ein theoretischer Astrophysiker, hat ausgerechnet, wie viele und welche Planeten CoRoT entdecken kann, berechnet Planetenradien zur Untersttüzung der Massenbestimmung und wird die Konsequenzen für die Planetenentstehung und die Planetenpopulation in unserer Nachbarschaft aus CoRoTs Entdeckungen ableiten.

Weitere Informationen:

CoRoT ist ein Kleinsatellit, der die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in 896 km Hhöe umkreist, um extrasolare Planeten mit der Transitmethode zu finden und das Innere der Sterne zu vermessen (Astroseismologie). CoRoT wird im Rahmen des Astroseismologie-Programms gleichzeitig Schwankungen im Licht von zehn besonders hellen Sternen mit Helligkeiten zwischen 6ter und 9,5ter Größe beobachten. Für die Suche nach Exoplaneten wird CoRoT 60.000 schwach leuchtende Sterne mit Helligkeiten zwischen 11ter und 16ter Größe aufzeichnen.

Die Transitmethode läßt sich am Phänomen einer Sonnenfinsternis erklären: Schiebt sich der Mond vor die Sonne, wird es dunkel und wieder hell. Wenn die von CoRoT gemessene Helligkeit eines Sternes ab- und wieder zunimmt, könnte ein Planet die Ursache sein, der den Stern umkreist. In den Sternenfeldern, die CoRoT beobachtet, befinden sich jedoch mehr als 60.000 Sterne, deren Helligkeit aufgezeichnet wird. Die anschließende Datenanalyse auf der Erde ist die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Die gesuchten Helligkeitsschwankungen sind sehr gering (zirka 1 Prozent und kleiner) und können von vielen anderen Effekten überlagert werden.

Geführt wird die Mission von der französischen Raumfahrtagentur CNES. Außer den Wissenschaftlern deutscher Einrichtungen (DLR, Thüringer Landessternwarte in Tautenburg und Universität Köln) sind auch Forscher aus Österreich, Belgien, Spanien, Brasilien und von der Europäischen Weltraumagentur ESA zusammen mit ihren französischen Kollegen an der Mission beteiligt. CoRoT steht üfr COnvection, ROtation & Transits plan'etaires.

Infos: CoRoT: Aus dem Herzen der Sterne .. zu den fernen Welten
Kontakt: Artie Hatzes, Günther Wuchterl, Eike W. Guenther
Thüringer Landessternwarte Tautenburg
Sternwarte 5
07778 Tautenburg

phone: 036427-863-0
fax: 036427-863-29