Prof. Dr. N. B. Richter Prof. Dr. N. B. Richter

*05.02.1910   +26.11.1980


Direktor des Karl-Schwarzschild-Observatoriums
(01.04.1960 bis 28.02.1975)


Als Dr. Nikolaus Benjamin Richter (geb. 5.2.1910 – gest. 26.11.1980) am 1. April 1960 von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin zum Leiter und am 1. Januar 1962 zum Direktor des Karl-Schwarzschild-Observatoriums in Tautenburg berufen wurde, konnte er bereits auf eine langjährige wissenschaftliche Tätigkeit an der Sternwarte Sonneberg zurückblicken. Das 2-Meter-Universal-Spiegelteleskop des Observatoriums in Tautenburg eröffnete nun völlig neue Möglichkeiten in der Beobachtung von Galaxien und Kometen. Es entstand der „Felderplan zur astrophysikalischen Statistik extragalaktischer Objekte“ zur Beobachtung der Blauen Objekte (Galaxien). In Zusammenarbeit mit Wolfgang Högner wurden außerdem auf der Basis der Äquidensitometrie ab 1963 die Untersuchungen an Kometen vertieft. 1969 erschien der „Isophotometrische Atlas der Kometen“, Teil I (Johann Abrosius Barth), dem bald Teil II folgte.

Am 24. März 1966 wurde Dr. Nikolaus Benjamin Richter durch die Deutsche Akademie der Wissenschaften zum Professor ernannt. Die „Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina“ (Halle) berief ihn am 7. April 1972 zu ihrem Mitglied. Als langjähriges Mitglied der Internationalen Astronomischen Union wurde er für die Periode 1976-79 zum Präsidenten der Kommission 15 gewählt. Nach seiner Pensionierung sandte ihn die Firma Carl Zeiss Jena nach Libyen, um die Möglichkeiten für die Lieferung und Aufstellung eines Planetariums vor Ort zu erkunden.

Von Matthias Richter, Dessau